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Portrait

Der Wilmersdorfer Kammerchor wurde 1984 gegründet. Er besteht aus rund fünfundvierzig Mitgliedern und ist damit in der Lage sowohl bei der a cappella-Literatur acht- bis zehnstimmige oder mehrchörige Werke zu besetzen als auch oratorische Projekte zu realisieren. Der besondere Klang des Ensembles ist ein Resultat  in die Literaturarbeit integrierten funktionalen Stimmbildung.

Den künstlerischen Schwerpunkt des Kammerchores bildet die geistliche a cappella-Literatur vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Zum Repertoire zählen neben Standardwerken wie den Motetten von Bach, Brahms, Bruckner und Schütz bedeutende, aber eher selten zu hörende Kompositionen von Becker (Psalm 130), Busto (O magnum mysterium), Byrd (Great Service), Eben (Cantico delle creature), Gibbons (O clap your hands), Rheinberger (Messe Es-Dur), Messiaen (O sacrum convivium), Nystedt (Missa brevis), Pärt (Magnificat), Swider (Cantus Gloriosus), Victoria (Requiem) und anderen.

Zu den aufgeführten Oratorien gehören die Musikalischen Exequien von Schütz, Requiem-Vertonungen von Campra, Mozart, Duruflé, Fauré und Brahms (in der Klavierfassung), das Utrechter Te Deum&Jubilate, die Coronation Anthems und der Messias von Händel, die großen Messen von Mozart (c-Moll) und Bach (h-Moll) sowie Bachs Weihnachtsoratorium.

Der Kammerchor konzertiert regelmäßig in Berliner Kirchen und war im Konzerthaus am Gendarmenmarkt und im Kammermusiksaal der Philharmonie zu hören, z.B. mit den Themenprogrammen Englische Chormusik aus vier Jahrhunderten, Musik zur Nacht, Te Deum Laudamus, Venezianische Mehrchörigkeit, Europäische Volkslieder und Let us fly - Musik für zwei Violinen und Chor.

Seine Konzertreisen führten das Ensemble nach Dänemark, Belgien, Schweden, Tschechien, Polen und Finnland; in Berlin war er Gastgeber für Chöre aus den USA, Frankreich, Belgien, Schweden, Dänemark und Brasilien. Nach seinem Festkonzert zum 30jährigen Bestehen im Oktober 2014 in der Auenkirche reiste der Kammerchor für eine Woche erneut nach Polen und konzertierte u.a. in Danzig, Bromberg und Posen.

Im letzten Jahr führte der Kammerchor Bachs Johannespassion in der Wilmersdorfer Auenkirche auf und nahm mit gutem Ergebnis am Berliner Chortreff (mit Wettbewerb) teil. Er steht kurz vor seiner nächsten Konzertreise, die ihn nach Greifswald, Kloster Krummin und Stralsund führt, und geht dann an die Vorbereitung des Stabat Mater von Dvorak und eines festlichen Adventsgottesdienstes in der St. Matthäuskirche an der Philharmonie.