LET BEAUTY AWAKE

Texte und Übersetzungen

ON THE UNBOUNDED MOOR - Emily Brontë

 

3.  O Dream

O Dream, where art thou now?

Long years have past away

Since last from off thine angel brow

I saw the light decay.

Oh Traum, wo bist du jetzt? Lange Jahre sind vergangen, seit ich das Licht von deiner Engelsstirn schwinden sah.

Alas, alas for me

Thou wert so bright and fair,

I could not think thy memory

Would yield me nought but care!

Ach, ach für mich warst du so hell und schön, Ich konnte nicht glauben, dass die Erinnerung an dich mir nichts als Kummer bereiten würde!

The sun-beam and the storm,

The summer-eve divine,

The silent night of solemn calm,

The full moon’s cloudless shine,

Die Sonnenstrahlen und der Sturm, der göttliche Sommerabend, die stille Nacht mit ihrer  feierlichen Ruhe und des Vollmondes wolkenloser  Glanz…

Were once entwined with thee.

But now, with weary pain,

Lost vision! ´tis enough for me –

Thou canst not shine again.

…waren einst mit dir verflochten. Aber jetzt, in ermüdendem Schmerz, bist du, mein Traum, eine verlorene Vision! Es ist genug für mich - du kannst dich nicht wieder zeigen.

1   ‘Tis evening now  



'Tis evening now, the sun descends

In golden glory down the sky;

The city's murmur softly blends

With zephyrs breathing gently by.

Es ist nun Abend; die Sonne versinkt am Himmel in goldener Pracht; die murmelnden Geräusche der Stadt vermischen sich sanft mit dem Atem des Westwinds.

And yet it seems a dreary morn,

A dark October morn to me,

And black the piles of rain-clouds born

Athwart heaven's stormy canopy.
Und doch scheint es mir wie ein trüber Oktobermorgen, an dem sich schwarze Regenwolken auftürmen und einen stürmischen Himmel bedecken.